„Gesehen habe ich viele Landschaften und gefallen haben mir beinahe alle und wohl die schönste, am stärksten auf mich wirkende von diesen Landschaften ist das obere Engadin.“ Diese Worte stammen von Hermann Hesse und er war nur einer von vielen Schriftstellern, Künstlern, Gelehrten und anderen großen Persönlichkeiten, die ihre Liebe zur Landschaft des Oberengadin entdeckten. Auch ich habe dort meine Herzensheimat gefunden und es vergeht für mich tatsächlich kein Tag ohne Gedanken an dieses Paradies. Ich habe mich noch nirgends so zu Hause gefühlt wie dort und noch nie ein derartiges Wohlbefinden erreicht wie während meiner Wanderungen und Spaziergänge durch diese phänomenale Landschaft. Eigentlich ist dort sogar der Gang in den Dorfladen jedes Mal ein Highlight für mich, da ich nur grandiose Natur um mich herum sehe, egal wohin mein Blick gerade schweift. „Dies Engadin ist der schönste Aufenthalt der Welt. Nicht leicht spreche ich von Glück, aber ich glaube beinahe, ich bin glücklich hier“ waren die Worte von Thomas Mann, denen ich nur beipflichten kann (obwohl ich für mich das „beinahe“ definitiv streichen würde und ich es durch „ich werde nirgends glücklicher sein als hier“ ersetzen würde ;-)).

„6000 Fuß jenseits von Mensch und Zeit“

„Im Engadin ist mir bei weitem am wohlsten auf Erden… Alle 50 Bedingungen meines armen Daseins scheinen hier erfüllt zu sein“, bekannte Nietzsche, der 7 Sommer in Sils Maria verbrachte und dort seine größte Schaffenszeit hatte. Obwohl sich seit Nietzsches Aufenthalten sicher einiges verändert hat und die Gegend immer touristischer wurde, gibt es dennoch noch immer Wanderwege, auf denen man stundenlang keinen Menschen begegnet, sondern ausschließlich von grandioser Natur und Stille (sowie vielen Kühen ;-)) umgeben ist. Nietzsche fand im Oberengadin „das Land der Verheissung“ und nach ihm sind noch viele gekommen, die über die Maßen ins Schwärmen gerieten.

Es ist schwer Gefühle zu beschreiben, aber ich habe mich wohl tatsächlich verliebt und diese Liebe gilt dem Oberengadin. Ich kann es kaum erwarten bald wieder mit meiner Liebe vereint zu sein, an die ich jeden Tag nach dem Aufwachen, vor dem Einschlafen und auch ganz oft dazwischen denke :-).

O Mensch! Gib Acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
»Ich schlief, ich schlief –,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht: –
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh –,
Lust – tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit –,
– will tiefe, tiefe Ewigkeit!«

(Nietzsche: Das trunkene Lied – zu sehen auf der ihm gewidmeten Gedenktafel auf der Halbinsel Chaste)

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